Coronaferien: Es lebe das Chanson!

Wenn alles stillzustehen scheint, Geschäfte, Restaurants, Cafés und Kneipen geschlossen haben, wenn das kulturelle Leben zum Erliegen kommt, kann man deprimiert sein, muss man aber nicht!

Ich selbst z.B. liebe Musik! Ich höre sie nicht nur gern, sondern mache sie auch selber. Ich singe leidenschaftlich gern und kürzlich ist mir eine alte Schallplatte – ja, Sie lesen richtig: Schallplatte! – von Édith Piaf in die Hände gefallen. Du meine Güte, diese Leidenschaft, dieser Schmerz, mit dem sie die Härten des Lebens besingt! Und dieses kehlige, gurgelnde, rollende Rrrrrrrrrrrrrrrrrr … niemals werde ich das hinkriegen!

Bei der Gelegenheit habe ich festgestellt, dass Schallplatten durchaus was Charmantes haben: Das leichte Rauschen und Knacken lassen das Gehörte irgendwie authentischer erscheinen, so als sei man live dabei. Mir gefällt das ganz gut, es hat was, finde ich. CD-Aufnahmen klingen natürlich viel brillanter, aber manchmal auch aseptischer, weil jegliche Störgeräusche eliminiert wurden.

Vielleicht berührt uns ein Chanson auch deswegen so sehr: Weil die Künstler ihr ganzes Pathos und ihre Leidenschaft hineinlegen und uns einen tiefen Einblick in die menschliche Seele gewähren, in der es eben nicht aseptisch und clean zugeht. Gott sei Dank – es reicht, wenn wir unsere Hände permanent desinfizieren und auf Sozialkontakte verzichten müssen. Lassen Sie sich tief im Innern berühren und bleiben Sie im menschlichen Sinne gesund!

 

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